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Glockenmuseum Stiftskirche
Herrenberg - Stiftskirchenturm
Baugeschichte
des Stiftskirchenturms
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Turm von Südwesten
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Blick vom
Turm über Rathaus und Marktplatz
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breite barocke Turmkuppel der Herrenberger Stiftskirche ruht auf einem mächtigen gotischen Westwerk. Das Glockenmuseum Stiftskirche ist auf drei
Etagen im oberen Teil des Turmes untergebracht. Wer heute
die 146 Stufen zum Turm der Herrenberger Stiftskirche hinaufsteigt, genießt von
oben nicht nur einen weiten Blick über
Herrenberg und das Gäu, sondern bekommt auch ein Glockenmuseum zu sehen, das in
seiner Art in Europa einmalig ist. Die Besucherinnen und Besucher können auch
beobachten, wie die Glocken dem Uhrenschlag dienen und wie sie zu verschiedenen
Tages- und Jahreszeiten nach einer festgelegten Läuteordnung schwingend
geläutet werden. Solche
Beobachtungen sind zwar gelegentlich auch auf anderen Glockentürmen möglich,
dort ist es aber meist so eng, dass man die Glocken kaum richtig sehen kann.
Die Herrenberger Glockenstube ist geräumig und wegen ihrer erstaunlichen Größe
zur Aufnahme vieler Glocken besonders gut geeignet.
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| Ursprünglich
waren hier zwei Glockenstuben nebeneinander in den beiden gotischen Doppeltürmen untergebracht. Als man diese
beiden Türme 1749 bis fast auf halbe Höhe abbrechen musste, entstand an ihrer
Stelle unter der neuen barocken Zwiebelhaube ein doppelt großer Raum, in dem
heute 36 Glocken auf zwei Ebenen läutbar
aufgehängt sind. Eine weitere Glocke hängt weithin sichtbar als typische Schlagglocke außen in einem kleinen
Glockenerker und wird wie vier andere Läuteglocken mit dem Uhrhammer angeschlagen.
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| Unsicherer
Untergrund Es ist
nicht selbstverständlich, dass der Turm so viele Glocken tragen kann. Die
Herrenberger Stiftskirche steht auf unsicherem Gipskeupergrund. Im Lauf seiner Geschichte hat sich das Bauwerk verbogen. Der
Turm setzte sich pro Jahr 1 mm mehr als
der Chor. Dadurch war ein Niveauunterschied zwischen Chor und Westwerk von 70
cm in 700 Jahren entstanden. Außerdem deuteten die senkrechten Risse in der
Turmwestwand darauf hin, dass das Westwerk sattelförmig auf tragfähigerem Boden
in der Mitte aufsitzt. 1963 brach ein Holzunterzug im Turminnenraum. Von der
Turmostwand stürzte ein großer Steinsplitter in das Innere des Kirchenschiffs.
Der ganze Kirchenbau war akut gefährdet.
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| Sanierung
1972 –1982 In dieser
Situation musste die Kirche 1971 geschlossen werden. Nach einem
Sicherungskonzept von Professor Wenzel,
Universität Karlsruhe, gelang jedoch in den Jahren 1972 bis
1982 unter der Bauleitung von Architekt Martin Stockburger eine erfolgreiche Sanierung.
Das Ingenieurbüro Wenzel ging davon aus, dass der Berg an seiner Bewegung nicht
gehindert werden kann. Deshalb konzentrierte sich die ingenieurmäßige Sicherung
auf die innere Stützung des gesamten Bauwerks, so dass es heute die
Setzungen ungefährdet mitmachen kann.
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| Zu diesem
Zweck wurden Turm und Chor mit einem Korsett von Spannankern umgeben. Der Turm
erhält außerdem zwei neue Zwischendecken aus Spannbeton. Das Kirchenschiff
blieb biegsam vergleichbar einem Blasebalg zwischen zwei Ziehharmonikakästen. Nach der statischen Sicherung konnten die Wand zur Turmempore, die Rosette in
der Westwand und das Südfenster im Turm wieder geöffnet werden. Der mächtige
Turm mit einem Gesamtgewicht von acht- bis zehntausend Tonnen kann nun das
im Vergleich mäßige Gewicht der 36 Glocken (sie wiegen
zusammen 16 t) ohne weiteres verkraften.
Lediglich das mittelalterliche Gebälk
unter der Glockenstube musste mit Hilfe von Stahlträgern abgesichert werden.
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Blick in die Glockenstube
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linkes Bild: Glockenstube -
früher - nach einer Zeichnung von Traugott Schmolz
rechtes
Bild: Blick in die heutige Glockenstube
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